Das Heilige Tal “Urubamba”

Den nächsten Tag wollten wir ruhiger angehen lassen. Wir entschlossen uns den Spuren der Inka ins heilige Urubamba Tal zu folgen. So fuhren wir mit unserem Auto aus Cusco zur alten Inka-Festung Saqsaywamán. Direkt auf einer Ebene oberhalb Cuscos befanden sich riesige Festungsanlagen. Gigantisch erheben sich drei Zickzack Mauern aus passgenauen Steinblöcken auf drei verschiedenen Terrassen. Die noch erhaltene Anlage ist ca. 600 Meter lang und nur eines von sieben weiteren Festungsbestandteilen. Wir liefen durch die Mauern bis auf die oberste Terrasse. Die einzelnen Blöcke waren ungeheuer groß. Der Größte soll 6,20 x 5 x 4 Meter groß sein und etwa 42 Tonnen wiegen. Kaum vorstellbar, wie Menschen ohne technische Hilfsmittel diese Kolosse hierher gebracht und sie dann auch noch passend übereinander gestapelt haben. Die Wände der Mauer samt den Fugen waren so glatt, dass keiner eine Chance hatte, hier hoch zu klettern, zumal die einzelnen Mauern zwischen 5 und 10 m hoch waren.

Oben angelangt erhielten wir eine großartige Aussicht auf Cusco. Wir konnten beobachten, wie sich die üblichen Sonntagsumzüge mit viel Tamtam durch die Straßen und über den Plaza de Armas zogen. Wir ließen uns auf den Steinen nieder und lasen uns das wichtigste zu den weiteren Festungsanlagen durch. Wir besichtigten die Festungstürme, den religiösen Sektor, den Thron des Inka-Königs und weitere heilige Stätten. Am gigantischsten blieben jedoch die Mauern.

Wir zogen weiter zur nächsten Inka-Stätte dem Chincana Grande (Qocha) einem großen Labyrinth. Das eigentliche unterirdische Labyrinth bleibt für Besucher versperrt, da es vorgekommen sei, dass Leute sich im Labyrinth verliefen und verhungerten. Die ganze Stätte besteht aus einem riesigen Kalkstein in den Altäre und Skulpturen eingemeißelt sind. Wir lauschten einer englischsprachigen Reisegruppe und erfuhren, dass diese Stätte vermutlich ein magischer Platz war. Wobei sich die Wissenschaftler wie immer nicht sicher sind, ob diese Stätte schon zur Pre-Inkazeit von Bedeutung war.

Wir fuhren weiter zu einer kleinen Burgfestung Namens Pukapukara. Wir stellten unser Auto ab und bahnten uns einen Weg durch die fliegenden Händler, die Ihre Souvenirs und Süßigkeiten anboten. Ein wenig weiter liefen wir an einer kleinen Familie aus 3 Frauen und ihren Kindern vorbei. Ein kleines Mädchen, es konnte gerade laufen, trug die typische Inkatracht und strahlte uns an. Sie lief tapsig von einem Stein zum nächsten. Wir waren überrascht über die Freundlichkeit und Offenheit. Die Frauen versuchten uns ihre Waren anzubieten. Sie hatten hübsche aus Ton gefertigte Krüge, Schalen und Näpfe, die sie mit den typischen Inkamuster bemalt hatten. Für uns kosteten die kleinen Kunstwerke kaum Geld, so kaufte ich jeder der drei Frauen etwas ab. Matthias unterdessen machte einige schöne Fotos von der Familie, wofür die Kinder auch noch mal einen Obolus bekamen. Eigentlich ist es für uns Deutsche traurig anzusehen, wenn sich Menschen für Geld fotografieren lassen. Auf der anderen Seite, finden wir diese Art der Dienstleistung besser als bettelnde Kinder aus anderen armen Ländern. Den Kindern war es nicht unangenehm im Gegenteil sie hatten Spaß dabei und wir hatten im Gegenzug ein schönes Andenken erhalten.
Das kleine Treffen mit der Familie war schöner wie die Festung die wir eigentlich anschauen wollten. Demzufolge gingen wir zu Fuß weiter zum Heiligen Bad Tambomachay. Auch hier saßen einfache Leute die Souvenirs hauptsächlich Textilware und Skulpturen anboten. Auch hier nutzten wir wieder die Gelegenheit nach Andenken Ausschau zu halten. Auf unserem Rückweg kam uns eine Frau entgegen, die für die Verkaufsleute Essen brachte. Das duftete richtig gut und sah auch echt lecker aus. Am liebsten hätten wir uns auch in die Reihe gestellt um einen Teller abzubekommen. Aber wir waren aus einer anderen Welt und gingen zurück zu unserem Auto.
Wir fuhren weiter über einen Pass ins Urubamba Tal