Die Nasca-Linien

Unser nächstes Ziel war Nasca und die berühmten Nasca-Linien. Wir fuhren weiter durch Sanddünen nach Süden. Hinter den Sanddünen wurde die Wüste wieder steiniger. Oasen und grüne Flussläufe nahmen zu. Wir fuhren durch alte Baumwollplantagen und Orangenhaine. An der Straße standen überall kleine Verkaufsstände mit Orangen. Die Sonne brannte und wir entschlossen uns, ein paar Orangen zu kaufen. Da unsere Wasserreserve auch zur neige ging, hielten wir an einem netten Verkaufsstand. Eine südamerikanische kleine runde Mama begrüßte uns freundlich und bot uns von ihren Früchten an. Leider konnten wir kein gutes Spanisch und konnten uns nur dürftig mit ihr unterhalten. Sie war sehr interessiert, woher wir kamen und wohin wir wollten. Dann ging sie an einen großen alten Kühlschrank und holte eine große Glaskanne mit frischen Orangensaft heraus. Mir schossen sofort die Hinweise aus den Reiseführern in den Kopf. Nichts essen oder trinken, was von Einheimischen zubereitet wurde. Da wir aber außer unserem Wasser nichts anderes zum trinken hatten, konnten wir nicht wiederstehen. Es schmeckte herrlich erfrischend und unglaublich süß. Wir unterhielten uns noch eine Weile bis wir ausgetrunken hatten.  Gestärkt und um eine nette Bekanntschaft reicher stiegen wir ins Auto und fuhren weiter zu den Nasca-Linien.

Mitten in einer riesigen Ebene sah man von weitem einen Metallturm stehen. Daneben stand ein kleines Schild, welches auf einen Parkplatz verwies. Wir fuhren langsamer und erkannten, dass man von diesem Turm aus, die Nasca-Linien sehen sollte. Matthias stellte das Auto ab und wir liefen zu diesem Turm. Unten standen Einheimische, die Eintritt kassieren wollten und handbemalte Steine und andere Souvenirs verkauften. Der Wind fegte über die Ebene und trug feinen Staub mit sich. Wir kletterten das Gerüst hoch und hielten Ausschau nach den Linien. Wir waren beeindruckt von der unheimlichen Weite dieser Ebene. Kleinere Figuren konnten wir im Sand erkennen. Wir hatten uns immer vorgestellt, dass sich diese Erdlinien an Berghängen befinden, aber da lagen wir falsch. Alle Erdlinien liegen in dieser riesigen Ebene und sind deshalb am besten aus dem Flugzeug zu besichtigen. Über uns kreisten auch einige kleinere Maschinen. Eine der Einheimischen erklärte uns die einzelnen Zeichen, die wir von hier aus sehen konnten. Überwältigend waren für mich auch diese riesigen schnurgeraden Linien, die scheinbar nicht enden wollten. Die Linien sind auf ca. 700 qkm verteilt und stellen einen riesigen Astronomiekalender dar. Die aus Dresden stammende Dr. Maria Reiche leitete jahrelang die Forschungsarbeiten über die Nasca-Linien. Die Einheimischen sind sehr stolz auf Dr. Maria Reiche, da jetzt viele Touristen nach Nasca kommen und somit für einen gewissen Aufschwung in der Umgebung sorgen.
Wir fuhren weiter zu einem nahe gelegenem Berg, auf den wir ebenfalls kletterten um nochmals die Ebene mit den Figuren zu überblicken. Die Flugzeuge am Himmel kreisten ziemlich wackelig über die Ebene. Für mich stand fest, dass ich mich nicht in ein solches Flugzeug setzten möchte. Später auf unserer Reise berichtete uns ein Ortskundiger, dass Europäische Flugschüler hierher kommen, um hier ihre Übungsstunden zu absolvieren. Nebenbei kassieren sie noch eine kleine Provision. Wir fuhren an dem kleinen Flugplatz vorbei, die Maschinen sahen jedoch alle ziemlich gut aus.

Nasca selber war keine große Stadt. Wir hatten ein Touristenzentrum erwartet, stattdessen fuhren wir durch eine wirklich ärmliche Stadt mit 3-4 Hotels und ein paar Restaurants für die Touristen. Sonst glich der Ort allen anderen Orten, die wir bisher gesehen hatten. Es gab kleine Handwerksbetriebe und winzige Verkaufsläden. Alles das, was bei uns in einem Supermarkt/Baumarkt steht, wird hier einzeln in kleinen Läden verkauft. Der eine verkaufte nur Farben, der nächste nur Schippen, wieder einer Schlösser aus Metall oder Bürsten in allen Formen usw.. Es gab sogar einen kleinen Supermarkt, wo es aber nur Konserven und Getreide in Säcken gab. Käse und Wurst wurde fast gar nicht angeboten. Selbst Butter gab es nur lose. Da wir uns selbst verpflegen wollten, hatten wir ein ziemliches Problem. Obst gab es fast überall zu kaufen. Maisbrötchen oder manchmal auch Brot gab es Nachmittags bis Abends. Morgens hingen aus allen Geschäften gelbe Hühner inklusive Kopf und Krallen. Also ernährten wir uns auch weiterhin mit Obst und Maisbrötchen bzw. der salzigen Kekse