Nasca Cementerio Arqueológico de Chauchilla

Da wir noch Zeit hatten, machten wir einen Abstecher zu einem Friedhof der Chauchilla-Kultur. Wieder fuhren wir in die Wüste. In Peru gibt es selten richtige Hinweisschilder. So waren wir froh, dass wir nach den Kilometerangaben unseres Reiseführers fahren konnten. Nach 18 km gab es dann tatsächlich eine Sandpiste in die Wüste. Guter Hoffnung fuhren wir so 7 km durch den Sand und das Geröll. Dann tauchte eine Hütte und eine handvoll Leute auf. Wir parkten das Auto und bezahlten Eintritt für den Friedhof. Mir war nicht ganz wohl bei der Sache. Wir schlenderten in der heißen Sonne von einem aufgemachten Grab zum nächsten. Überall konnte man die Gebeine ganzer Familien sehen. Nach dem dritten Grab war mir so übel, dass ich nicht mehr hinschauen mochte. Der Rundgang war aber so abgesperrt, dass ich nicht einfach zurückgehen konnte. Also musste ich mich den übrigen Weg irgendwie ablenken. Ich sah mich um und konnte meinen Augen kaum trauen. Überall im Sand blitzten weiße Knochen hervor. Bei den ersten dachte ich mir noch nichts, aber wie ich dann ganze Menschenknochen erkannte wurde es mir unheimlich. Da stand ich nun mitten in der Wüste umgeben von Gräbern und Menschenknochen soweit das Auge reichte. Nach dieser Erkenntnis sah ich natürlich immer noch mehr Knochen aus dem Sand ragen. Ich lief schnell zurück zum Auto und war froh, als wir diesen Ort verlassen konnten.

Nazca Friedhof von Chauchilla

Wir fuhren zurück nach Nasca. Als wir durch die Vororte von Nasca fuhren winkten uns die Leute aufgeregt zu. Autos hupten und deuteten an, dass wir anhalten müssten. Matthias fuhr unbeirrt weiter. Egal was mit dem Auto auch war, er konnte hier nicht einfach so anhalten. Die Gefahr das wir ausgeraubt werden war größer. Bald erkannten wir, dass es sich nur um einen Platten Reifen handeln konnte. Matthias fuhr vor das teuerste Hotel der Stadt. Das Hotelpersonal kam an und half uns bei dem Reifenwechsel.
Mit einem Platten Reifen muss man rechnen, dafür hat man ja ein Reserverad dabei. Matthias wurde jedoch leicht nervös, als er unser Reserverad rausholte. Das sah nämlich genauso aus, wie das, welches eben kaputt gegangen war. Dabei hatten wir unsere Andentour mit Schotterpisten erst vor uns. Es war bereits später Nachmittag, als wir uns auf die Suche nach einem Hotel begaben. Die Hotels, die wir uns rausgeschrieben hatten, waren alle voll. In einem allerdings konnte eine Frau Englisch sprechen und erklärte uns, wo wir einen neuen Reifen kaufen konnten. So fuhren wir erst einmal zum Plaza. Dort fanden wir einen Goodyear Händler. Für 50 US Dollar bekamen wir einen neuen Reifen, aber raufziehen konnte der uns den nicht. Mir fiel ein, dass auf dem Hinweg noch ein Laden mit Reifen war. Wir fuhren wieder zurück, in die Gegend, in der wir erst nicht anhalten wollten, da sie uns zu gefährlich erschien. Jetzt hatten wir aber wirklich keine andere Wahl. Mit Englisch kamen wir hier nicht weiter, selbst Spanisch ist für die meisten Einheimischen eher eine Fremdsprache. So versuchten wir mit Händen und Füßen zu erklären, dass er uns den Reifen aufziehen soll. Er begriff und wollte beginnen, da versuchte er uns zu erklären, dass unser Reifen größer war, als der kaputte. Als hätten wir nicht schon genug Pech gehabt, mussten wir nun tatsächlich einsehen, dass der Reifen den wir gekauft hatten größer war. Wer geht schon davon aus, dass an einem Auto verschieden große Reifen drauf sind. Erst jetzt sahen wir, das unser Auto vorne wesentlich größere Räder hatte wie hinten. Beim Kauf allerdings richteten wir uns nach dem Vorderrad. Wir spielten alle Möglichkeiten durch, versuchten Felge oder Reifen zu tauschen, vergebens. Schließlich entschieden wir uns, den Reifen trotz den Größenunterschiedes aufzuziehen. Somit fuhren wir den Rest unserer Strecke mit drei großen Rädern und einem Kleinen.

Während wir warteten sah ich mich in der Nachbarschaft um. Dabei wurde ich Zeuge eines grausamen Todes. Ein kleiner Hund, abgemagert und eingefallen schleppte sich über die Straße und fiel ständig um. Immer wieder rappelte er sich auf und wandelte durch die Gegend, bis er kaum noch hoch kam. Männer beobachteten ebenfalls das geschehen. Als sie mich erblickten, deckten sie den kleinen Hund mit einer Decke ab. Es dauerte nicht lange, bis es unter der Decke still wurde.
In Peru gibt es furchtbar viele Hunde, die alle meist herrenlos durch die Gegend streifen. Alle sind sie unterernährt und gezeichnet vom Leben auf der Straße. Sie sind ohne Zweifel die ärmsten Geschöpfe in den Anden.
Nach diesen vielen Erlebnissen wurde es bereits dunkel und wir suchten weiter nach einem Hotel. Wir wurden fündig und gingen nach 2 Tagen mit salzigen Keksen endlich etwas richtiges Essen.