Tempelburg Ollantaytambo

Wir fuhren weiter durch das malerische Tal, entlang des Urubamba. Die Ortschaften wirkten verschlafen. In einem Dorf wurde ein Fußballspiel ausgetragen. Unheimlich viele Menschen waren gekommen um Ihre Mannschaften anzufeuern. Das ganze hatte ein bisschen etwas von einem Volksfest. Wenige Meter weiter konnten wir Familien auf Ihren Feldern bei der Arbeit beobachten. Die Peruaner leben in einer großer solidarischen Gemeinschaft. So helfen sich die einzelnen Familien untereinander bei der Ernte, dem Pflügen oder anderen wichtigen Aufgaben. Es sah so friedlich aus wie mehrere Bauern ein Acker vor herrlich blühenden Terrassen pflügten. Ein Junge ging voran um den Weg vorzugeben die anderen folgten dem Pflug.
Wir kamen in Ollanta an, dem letzten befahrbaren Ort vor Machu Picchu im heiligen Tal. Die Straßen waren sehr eng und verwinkelt. Wir fuhren bis zu einem kleinem Plaza. Wie immer gab es nicht viele private Pkws. Wir stellten uns zu den zwei anderen Fahrzeugen und verfielen gleich wieder in einen Kaufrausch. Hier gab es herrliche bunte Stofftaschen. Ich verliebte mich in eine, obwohl ich sonst keinen Wert auf solche Dinge lege und musste sie der Frau abkaufen. Wir ließen uns Zeit und sahen uns erst einmal um bevor wir zur Tempelburg Ollantaytambo liefen. Auf dem Plaza stand ein Mann mit zwei Lamas die Chasqui und Viento hießen. Beide waren vor eine kleine Kutsche gespannt und sollten wahrscheinlich Touristen zur Burg fahren. Lustig waren die vielen bunten Wollbommeln die an den Lamas, dem Mann und dem Wagen hingen.
Vor dem Eingang zur Burgruine Ollantaytambo gab es noch einmal einen Markt mit Souvenirs. Hier gab es wieder die unterschiedlichsten Taschen aus dem typischen Inkastoff in bunten Farben. Ich erinnerte mich an einen Rucksack, der aus ähnlichem Material und bunten Farben war, den ich während meiner Schulzeit ständig mit mir trug.

Als wir unseren Eintritt bezahlt hatten, staunten wir nicht schlecht über die gewaltige Höhe und die Ausmaße dieser Anlage. Viele Touristen liefen auf den Mauern und Terrassen umher. Wir folgten dem Hauptstrom und beschlossen uns ganz nach oben zu kämpfen, um uns einen Überblick zu verschaffen. Die Stufen waren mächtig hoch und meine Lunge rang schon wieder nach Luft. Diese Inkas müssen unheimlich kräftig und gut durchtrainiert gewesen sein. Ich stellte mir in der Sonne glänzende Muskelpakete in gut geschnittenen Rüstungen vor und erklomm so Stufe um Stufe. Irgendwann hatten wir die schwabbeligen Amerikaner alle überholt und ließen uns oben auf einen Stein nieder. Wir genossen erst mal die Aussicht und versuchten unseren Puls zu stabilisieren. Weiter ging es später über weitere Terrassen. Wir sahen wieder Bewässerungsanlagen und Altäre, besichtigten Wohnhäuser und Teile des Tempels. Die Inka hatten einen Baustil, den man in allen Ruinen wiederfand. Kaum vorstellbar waren auch die vielen Tiersymbole, die in den einzelnen Anlagen eingebaut waren. Auch die astrologische Ausrichtung war sehr beeindruckend. Woher hatten die Inkas oder die Erbauer diese Weltsicht. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie eine ganze Festung oder eine Stadt auf der Grundlage eines Pumas oder eines Condors erbaut wurde. So eine Stadt konnte doch unmöglich am Reisbrett entstanden sein. Zumal diese Tiere nur aus der Luft zu erkennen sind. Für mich stand fest, dass bestimmt eine Vielzahl der Tiere erst im nachhinein dazu interpretiert wurden.

Nachdem wir genug gesehen hatten liefen wir zurück und setzten uns in ein kleines Straßencafe. Wir bestellten uns einen Cafe und ließen diese idyllische Städtchen auf uns wirken. Unseren Rückweg nahmen wir über eine andere Passstrasse. Kurve um Kurve fuhren wir den Berg hinauf und verließen somit das heilige Tal. Wir fuhren an kleinen Seen und viel Landschaft vorbei. Die Sonne ging unter und es wurde langsam dunkel. Wir genossen die malerischen Gebirgsformationen im Lichtspiel.